Ich traf zufällig einen alten Freund, der mir eine spannende Geschichte erzählte: darüber, wie man Crowds unabhängiger Fachkräfte bedarfsgerecht aktiviert, um die Effizienz von Unternehmen zu steigern. Er erzählte mir, wie dieses schnell wachsende niederländische Unternehmen, Roamler, Schritt für Schritt die Arbeitsweise in verschiedenen Branchen veränderte – vom Einzelhandel über das Gesundheitswesen bis hin zu technischen Installationen. Roamler habe gerade mehrere Millionen Euro erhalten, um den Erfolg der Installationen bei Kunden zu Hause in den Niederlanden auf neue Märkte auszuweiten, mit besonderem Fokus auf Deutschland und Großbritannien. Es war nicht nur schön, sich nach 15 Jahren wiederzusehen – er fragte mich auch, ob ich beim Projekt mitmachen und die Expansion in diese neuen Länder unterstützen wolle.
So nahm ich meine nächste Herausforderung an: den Start crowdbasierter technischer Installationen in Deutschland und den Ausbau bestehender Fach-Crowds in Großbritannien.
Ich habe Momente, in denen ich besonders optimistisch und zuversichtlich bin (vor allem im Sommer) – also holte ich mir vorsichtig das Einverständnis meiner Familie und tat mich mit Micha Willemse zusammen, um einen Plan zu entwickeln. Im Laufe der Jahre habe ich gelernt, dass es einen entscheidenden Schritt gibt, bevor man sich auf neue Geschäfte einlässt: Immer zuerst den Markt um Rat fragen, bevor man den Plan festlegt. Der Eintritt in neue Märkte bedeutet, viele Fehler zu machen und aus ihnen zu lernen – aber manche Fallstricke lassen sich vermeiden, und das ist ein guter Anfang. Also wandten wir uns an ein breites Netzwerk lokaler Unternehmer, und zu meiner Überraschung machten viele von ihnen gerne bei Brainstorming- und Feedbackrunden mit. Es war beeindruckend zu sehen, wie sehr das Streben nach Effizienz und einem nachhaltigeren Geschäftsmodell europaweit sowohl oberste Priorität als auch ein zentraler Schmerzpunkt ist.
Vor allem zeigten diese Gespräche eine deutliche Kluft zwischen der Art, wie Installationen zu Hause in den meisten Ländern derzeit ablaufen, und den Erwartungen der Verbraucher.
Unser Eindruck ist, dass der deutsche Markt stärker reguliert ist als andere europäische Märkte und Verbraucher dort eher bereit sind, den vorgegebenen Prozess zu befolgen. Der britische Ansatz wirkt dagegen in der Theorie kundenorientierter, lässt es in der Praxis jedoch häufig an Qualität fehlen. Was sich in allen Ländern als Gemeinsamkeit zeigte – wenig überraschend –, ist eine große Lücke zwischen dem Angebot an hochqualifizierten Technikern im Installationsmarkt und der Nachfrage danach. Insgesamt stieß Roamlers Konzept, spezialisierte Fachkräfte bedarfsgerecht für wiederkehrende, großvolumige Installationen bei Kunden zu Hause einzusetzen, auf großen Anklang.
Als nächsten Schritt brauchten wir mehr quantitative Daten zu diesen Märkten, um unser Angebot zu schärfen. Wir führten eine Studie durch, um zu untersuchen, wie europäische Verbraucher Installationen zu Hause erleben und welche Faktoren ihre Zufriedenheit deutlich steigern könnten. Das lieferte wertvolle Erkenntnisse; die Ergebnisse für Großbritannien finden Sie hier. Bei Fragen schreiben Sie mir gerne. Nach dieser Studie fühlten wir uns bereit, diese neuen Märkte anzugehen. In Großbritannien standen bereits zwei Pilotprojekte mit nationalen Marken kurz vor dem Start, als Covid-19 uns Anfang dieses Jahres hart traf – wir entschieden uns, diese unerwartete „Verzögerung“ zu nutzen, um unsere lokalen Teams weiter aufzubauen und auszubauen. Mit der Rekrutierung von Vertriebs- und Betriebsfachkräften zu beginnen, ist ein guter Weg, um den Markt kennenzulernen und das eigene Angebot anzupassen – doch die richtigen Leute zu finden, ist naturgemäß eine Herausforderung, wenn man sich gerade erst etabliert. Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien konnten wir spannende neue Talente gewinnen – wie genau, das ist Thema des nächsten Blogbeitrags.